Notfallpädagogik

Wählen sie bei Notfällen bitte folgende Nummer: 0 177 – 92 22 90 8

Das Kompetenzzentrum für notfallpädagogische Krisenintervention am Parzival-Zentrum Karlsruhe folgt der Pädagogik Rudolf Steiners (Waldorfpädagogik).

Unter Notfallpädagogik verstehen wir pädagogische erste Hilfe für Kinder und Jugendliche nach belastenden Ereignissen mit schweren seelischen Verletzungen.

Wenn Kinderseelen bluten

ÜbersichtsbildFast alle Eltern wünschen ihren Kindern ein Leben voller Liebe, Glück, Unbeschwertheit, Gesundheit und Vertrauen. Doch auch die besten Eltern können ihre Kinder oft nicht vor schrecklichen Erlebnissen und Schicksalsschlägen schützen, die die Kinder in ihrer weiteren Entwicklung zu beeinträchtigen drohen.
Die Anzahl der Kinder ist groß, die Opfer von Unfällen, Naturkatastrophen, Gewalt, Misshandlung, Missbrauch, Verlusterlebnissen und kriegerischen Ereignissen werden. Jede Minute verlieren Kinder ihre Eltern, werden geschlagen, verletzt, misshandelt und missbraucht. Wer mit Kindern in Not arbeitet, wird oft mit dem Unsagbaren konfrontiert.

Wenn sich aber das Unbeschreibliche ereignet und die Seele des Kindes verwundet wird, hat dies oft weitreichende Konsequenzen. Die Kinder werden in ihrem Erleben und Verhalten massiv verunsichert. Dabei kommt es weniger auf die tatsächliche Bedrohung an, als vielmehr auf das subjektive Erleben des Kindes. Kinder können durch Erlebnisse traumatisiert werden, die Erwachsene für undramatisch halten: hohes Fieber, ein Zahnarztbesuch, der Tod eines Haustieres. Die durchlebten Ängste wirken umso traumatischer, je hilfloser das Kind sich in dieser Situation erlebt.

Wer traumatisierten Kindern in ihrer Not Hilfe anbieten möchte, muss Ursachen, Entwicklungsverläufe, Reaktionen, Folgen und Wirkungen kindlicher Psychotraumata verstehen lernen. Nach einem traumatischen Geschehen können vielfältige Symptome auftreten. Sie sind gewöhnlich normale Reaktionen auf unnormale Ereignisse und können Selbstheilungsversuche des Organismus verstanden werden. Erst wenn sie sich auch nach Wochen und Monaten nicht verlieren, kann man von einer Erkrankung sprechen.

ÜbersichtsbildDie Ambulanz für Notfallpädagogik am Parzival-Zentrum Karlsruhe versucht traumatisierte Kinder nach ihren oft schrecklichen Erlebnissen zu stabilisieren, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren und so eine Verarbeitung der traumatischen Erfahrung zu ermöglichen.

Dabei geht es nicht um traumatherapeutische und psychologische Ansätze sondern um notfallpädagogische Erste Hilfe auf Grundlage der Waldorfpädagogik. Sicherheit, Beziehungsarbeit, Rhythmus, Ritualisierung, Bewegung und künstlerische Aktivitäten sind Schlüsselbegriffe der notfallpädagogischen Maßnahmen. Notfallpädagogigische Krisenintervention sollte möglichst umgehend nach einer akuten Traumatisierung einsetzen.

Die notfallpädagogischen Stabilisierungsmaßnahmen reichen oft aus, traumatische Erlebnisse einer Verarbeitung zuzuführen. Eine Traumatherapie ist dann nicht erforderlich. Kommt es aber zur Krankheitsphase, kann Notfallpädagogik i.S. einer Stabilisierung auch begleitend zu einer Traumatherapie fortgesetzt werden.
In Ambulanz für Notfallpädagogik arbeiten Sonderpädagogen, Erzieher, Theater- und Erlebnispädagogen, Ärzte, Psychologen Kunsttherapeuten, Sprachgestalter, Heileurythmisten und Fachkräfte für rhythmische Einreibungen, Wickel und Auflagen.